Rede Anlässlich der Anti-AfD Demo
in Lauf am 7. Februar 2026

Wir stehen heute hier nicht, weil wir Angst haben. Wir stehen hier, weil wir Hoffnung haben.

Hoffnung darauf, dass dieses Land mehr ist als das Lauteste, das Härteste, das Rücksichtsloseste. Hoffnung darauf, dass unser Zusammenleben stärker ist als jede Spaltung. Und Hoffnung darauf, dass wir selbst entscheiden, wer wir sein wollen.

Denn Demokratie ist kein Zustand. Demokratie ist eine Haltung. Sie zeigt sich nicht nur in Gesetzen – sondern im Umgang miteinander.

In den letzten Jahren haben viele von uns erlebt, wie der Ton rauer geworden ist. Wie Menschen wieder anfangen, andere auszugrenzen. Wie aus Nachbarn Fremde werden sollen. Wie aus Unterschiedlichkeit ein Problem gemacht wird.

Und genau hier beginnt unsere Verantwortung.

Denn eine Gesellschaft zerbricht nicht zuerst an Gesetzen. Sie zerbricht an Gleichgültigkeit. An dem Moment, in dem wir wegsehen. An dem Moment, in dem wir schweigen, weil es bequemer ist.

Aber wir sind heute nicht hier, um zu schweigen.

Wir sind hier, um zu sagen: Wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen.

Nicht nach Herkunft. Nicht nach Religion. Nicht nach Lebensentwürfen. Nicht nach Stärke oder Schwäche.

Demokratie bedeutet nicht, dass wir uns immer einig sind. Sie bedeutet, dass wir streiten können, ohne uns zu verachten. Dass wir widersprechen können, ohne einander die Würde abzusprechen.

Und ja – dieser Weg ist anstrengend. Er ist langsamer als einfache Parolen. Er ist unbequemer als Schuldzuweisungen.

Aber er ist der einzige, der uns als Gesellschaft zusammenhält.

Denn überall dort, wo Menschen gegeneinander aufgebracht werden, wo Angst zur politischen Methode wird, wo Ausgrenzung als Lösung verkauft wird, verliert am Ende nicht eine Gruppe – sondern wir alle.

Wir verlieren Vertrauen. Wir verlieren Zusammenhalt. Wir verlieren Zukunft.

Und deshalb müssen wir heute auch klar sein. Nicht aggressiv. Nicht hasserfüllt. Aber unmissverständlich.

Eine Demokratie kann vieles aushalten. Sie kann Streit aushalten. Sie kann unterschiedliche Meinungen aushalten. Sie kann auch Provokation aushalten.

Aber was sie nicht aushalten darf, ist die systematische Missachtung ihrer eigenen Grundlagen.

Eine Partei, die Menschen gegeneinander aufbringt, die Ausgrenzung normalisiert, die Respekt und Würde relativiert, die unsere Gesellschaft spalten will, hat in einer offenen, demokratischen Ordnung keinen Platz.

Nicht, weil wir intolerant wären. Sondern weil Demokratie sich selbst schützen muss.

Denn Toleranz endet dort, wo sie zur Abschaffung von Toleranz missbraucht wird. Freiheit endet dort, wo sie anderen genommen werden soll.

Und genau deshalb stehen wir heute hier.

Nicht aus Hass. Nicht aus Überheblichkeit. Sondern aus Verantwortung.

Weil wir wissen, dass Demokratie nicht von allein bleibt. Dass sie verteidigt werden muss – nicht mit Gewalt, sondern mit Haltung. Mit Klarheit. Mit Menschlichkeit.

Wir stehen hier für ein Land, in dem niemand Angst haben muss, so zu sein, wie er oder sie ist. Für ein Land, in dem Unterschiede nicht spalten, sondern getragen werden.

Und diese Entscheidung, Die treffen wir.

Hier. Heute. Und jeden einzelnen Tag.